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Pirna: Schloss Rottwerndorf


Schloss Rottwerndorf
Altrottwerndorf 24
01796 Pirna

Historisches
Schloss Rottwerndorf im gleichnamigen Stadtteil von Pirna geht auf eine Wasserburg zurück, die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts (1327/1337) erstmals Erwähnung fand. Nachdem diese um 1555 bei einem Brand zerstört worden war, wurde durch den sächsischen Kurfürsten der Bau eines neuen Schlosses in Auftrag gegeben. Es entstand das heutige Schloss Rottwerndorf im Stile der Renaissance, das nach seiner Fertigstellung dem Gesandten von Sebottendorf zum Geschenk gemacht wurde. Bis 1710 verblieb Rottwerndorf im Besitz der Familie von Sebottendorf, danach folgten ihr die Familien von Berbisdorf, von Leyser und von Miltitz, ehe das Schloss in bürgerliche Hand überging. Besonders erwähnenswert sind hier der Superintendent Tischer aus Pirna, der das Schloss von 1817 bis 1838 besaß, der Ökonomierat Hermann Degenkolb, der das Schloss von 1900 bis 1917 sein Eigen nannte sowie der durch die Dresdner Yenidze bekannte Tabakfabrikant Hugo Zietz, der Herrn Degenkolb unmittelbar folgte und das Schloss schließlich 1927 an die Stadt Pirna verkaufte.

1945
1945 zogen Flüchtlinge und Umsiedler ins Schloss ein. 1953 wurde Schloss Rottwerndorf mitsamt Grundstück volkseigenes Gut und das Schloss wurde saniert, damit es auch künftig Wohnzwecken dienen konnte. Außerdem wurde es durch das Gemeindeamt sowie durch eine Filiale der Post genutzt.

Nachwendezeit
1990 wurde der landwirtschaftliche Betrieb eingestellt, 1998 zogen die letzten Mieter aus. Seit dieser Zeit stand der Komplex leer, war Vandalismus ausgesetzt und verfiel zusehends. Das Schloss wurde 1999 an den inzwischen insolventen Bauträger Uniprof AG für eine symbolische Mark verkauft, 2008 ging es an Michael Graf von Plettenberg über. Als Nutzung war unter anderem die Einrichtung des Sitzes eines Templer-Ordens angedacht.

Heutige Nutzung
Nach langjährigem Leerstand wurde Schloss Rottwerndorf im Mai 2011 an seinen derzeitigen Besitzer veräußert. Zunächst wurde das Schloss im Außenbereich vom Wildwuchs befreit und der Besitzer richtete sich im Inneren Wohnräume ein. Die Sanierung des Schlosses erfolgt schrittweise. Mittlerweile ist das Dach neu eingedeckt. Das Dach des Wirtschaftsgebäudes hingegen ist zwischenzeitlich eingestürzt. Die baufällige Orangerie auf der gegenüberliegenden Straßenseite verfügt über ein Mausoleum, das Gelände wird von einer Mosterei genutzt.



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