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Pirna: Schloss Sonnenstein


Schloss Sonnenstein
Schlosshof 2-4
01796 Pirna

Historisches
Archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung des Gebietes durch Slawen bereits v. Chr. schließen. Im 10. Jahrhundert soll es eine Befestigung gegeben haben, die um 1200 zur Burg erweitert wurde. Die erste urkundliche Erwähnung von Schloss Sonnenstein datiert auf das Jahr 1269. 1293 wechselte das "castrum" von Meißnischen in Böhmischen Besitz und verblieb dort unter verschiedenen Pächtern noch über das gesamte 14. Jahrhundert. 1405 übernahmen die Markgrafen von Meißen und damit das Haus Wettin die Burg wieder. Sie nutzten sie Mitte des 15. Jahrhunderts bis 1674 als Verwaltungssitz und veranlassten zwischen 1470 und 1473 den Ausbau zu einem Wohnschloss, welches 1486 niederbrannte und neu aufgebaut wurde.

1545 wurde begonnen die Anlage baulich zu trennen. Bis 1548 wurde am Wohnschloss gebaut, zwischen 1570 und 1573 erfolgte der Ausbau einer Landesfestung. Johann von Liebenau erwarb sich große Verdienste für die Stadt Pirna, als er die Festung Sonnenstein bei einer mehrmonatigen Belagerung im Dreißigjährigen Krieg erfolgreich verteidigte. Ab 1668 begann ein bis 1685 fortdauernder weiterer Ausbau der Festung. Um 1700 diente die Festung Sonnenstein als Staatsgefängnis. Weitere Bauarbeiten erfolgten zwischen 1735 und 1737, als der Elbflügel sowie die Neue Kaserne entstanden. Nach Ende des Siebenjährigen Krieges wurde die Festung 1764 aufgegeben, teilweise geschliffen und in der Folgezeit als Alterswohnsitz für Soldaten genutzt. Eine Reaktivierung der Festung erfolgte 1813 unter Napoleon. Dieser ließ zunächst die geistig Kranken der zwei Jahre zuvor eingerichteten Heil- und Pflegeanstalt vertreiben. Die Anstaltsnutzung wurde ab 1814 fortgesetzt.

Zwischen 1855 und 1914 fanden viele Erweiterungs- und Umbauten statt, denen einige Bauwerke zum Opfer fielen, um 1902 folgte der Bau der Anstaltskirche als Ersatz für die verlorene Kapelle. Von 1922 bis 1939 befand sich eine Pflegerschule auf dem Sonnenstein. Schon in dieser Zeit begann die systematische Ausgrenzung von psychisch Kranken. 1939 wurde die Heil- und Pflegeanstalt aufgelöst und als Reservelazarett und Umsiedlerlager genutzt. 1940/1941 nutzte die NS Schloss Sonnenstein als Euthanasie-Tötungsstätte. Fast 14.000 kranke und geistig behinderte Menschen wurden getötet. Das Schloss diente dann bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Reichsverwaltungsschule.



1945
Nach Kriegsende diente das Schloss bis 1949 als Flüchtlings- und Quarantänelager und Landratsamt sowie bis 1954 als Polizeischule. 1954 begann die Produktion von Triebwerken für die Luftfahrt im Schloss, die mit weiteren Neubauten verbunden war und bereits 1961 wieder eingestellt wurde. Der VEB Strömungsmaschinenwerk übernahm das Schlossareal als Produktionsstätte.

Nachwendezeit
Das Strömungsmaschinenwerk wurde 1990 privatisiert und musste vier Jahre darauf Insolvenz anmelden. Mehrere Versuche, das Schloss einer neuen Nutzung zuzuführen, fanden keinen Erfolg. So konnte u. a. ein Hotelkonzept nicht umgesetzt werden. Ein saniertes Nebengebäude wurde einige Jahre von der Hotelfachschule genutzt. Das Schloss selbst stand lange Zeit leer, bis Ende 2007 das Landratsamt einen Kaufvertrag über 800.000 € unterzeichnete. Im Jahr darauf begannen im Vorfeld der umfangreichen Sanierungsarbeiten archäologische Grabungen, bei denen auch die verschütteten Bastionen der ehemaligen Festung freigelegt wurden.

Heutige Nutzung
Kurz vor Weihnachten 2011 nahm das Landratsamt seine Arbeit in den Räumlichkeiten von Schloss Sonnenstein auf. Am Hang des Schlossparks entstanden die Terrassengärten sowie ein Aussichtspunkt an der Fundamentruine des Weißen Turms. Die gestalterischen Arbeiten im Parkbereich dauerten bis 2012 an. In Nebengebäuden auf dem Schlossareal befindet sich u. a. die Gedenkstätte Pirna Sonnenstein.

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