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Tharandt: Burgruine Tharandt


Burgruine Tharandt
Kirchweg
01737 Tharandt

Historisches
Die Burgruine Tharandt ist eine für die sächsische Geschichte wichtige Burg gewesen. Zwischen 1206 und 1215 wurde sie unter Markgraf Dietrich von Meißen erbaut und im folgenden Jahr das erste Mal urkundlich erwähnt. Sie wurde der Burg Tarantsberg in Tirol nachempfunden. Als Burgvogt wurde der Burghauptmann Boriwo de Tarant eingesetzt, der aus Südtirol stammte. 1224 kam es zu einem Brand, als die Burg erstürmt wurde. Zwischen 1240 und 1256 wurde auf den Ruinen die heutige Burg Tharandt unter Markgraf Heinrich dem Erlauchten errichtet, der auf der Burg auch lebte. Als Lehn- und Burgherren sind für 1316 die Markgrafen von Brandenburg und für 1350 Friedrich und Heinrich von Tharandt belegt. Von 1371 bis 1400 war die Burg an die Grafen von Schönburg verpfändet, die den Ausbau der Befestigungsanlage zu einer der mächtigsten Burgen in Sachsen veranlassten. Während der Hussitenkriege zwischen 1429 und 1436 wurde die Burg als sicherer Aufbewahrungsort wichtiger Dokumente genutzt.

Vermutlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts fanden Ausbau- und Erweiterungsarbeiten statt, da Sidonie, böhmische Königstochter und Frau von Herzog Albrecht, ab 1476 auf der Burg wohnte. Seit 1500 war die Burg Tharandt ihr ständiger Witwensitz. Nach ihrem Tod 1510 wurde die Burg kaum noch genutzt. Teile wurden entfernt und für die Schlossbauten in Grillenburg und Annaburg wiederverwendet. Bei einem Blitzeinschlag 1568 brannte die Burg nieder. Anstatt sie wieder aufzubauen, gab Kurfürst August von Sachsen sie einige Jahre später als Steinbruch frei. Auf den Fundamenten der Unterburg wurde von 1627 bis 1631 die Bergkirche erbaut.

Um 1800 fanden erste Sicherungsarbeiten an der Ruine statt, wobei einige Gewölbe zugeschüttet wurden. Zwischen 1912 und 1914 erfolgte die umfassende Renovierung der Mauern. Im Bereich der Oberburg erfolgten 1976 Grabungen, zudem wurde auf dem Gelände der Oberburg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Freilichtbühne geschaffen. 1977 begannen die intensive Burgforschung und die schrittweise Sanierung der Ruinenanlage. Die Burgruine Tharandt ist eine Stätte der Burgenromantik des 19./20. Jahrhunderts sowie ein Kulturdenkmal.

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