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Wurzen: Herrenhaus Burkartshain


Herrenhaus Burkartshain
Genossenschaftsweg 9 & 10
04808 Wurzen OT Burkartshain

Historisches
Bereits um 1100 begründete der Ritter Burkhard das Anwesen. 1284 wurde der Ort urkundlich als Borchardeshayn erwähnt. Um 1450 verwalteten die Bischöfe von Meißen das Gut. Im gleichen Jahr wurde Hans von Kanitz als Besitzer genannt. Anschließend erfolgten viele Besitzerwechsel und das Gut wurde mehrfach aufgeteilt. Weitere Besitzer waren Bernhard von Stentitz und Friedrich von Saalhausen. Andreas Quaas besaß einen Teil des Gutes von 1525 bis 1540. Ihm folgte bis 1549 die Familie von Kanitz. Unter dieser wurde erstmal 1548 das Rittergut urkundlich erwähnt. Heinrich von Crostewitz besaß das Rittergut von 1549 bis 1565, ihm folgte bis 1784 die Familie von Holleuffer. Bis 1817 ist die Familie von Lorenz auf dem Rittergut ansässig, anschließend bis 1825 Johann Friedrich August Zimmermann, dem bis 1838 Viktor August Schoch folgte. In jenem Jahr kam Hans Jakob Mettler an das Rittergut und erneuerte und vergrößerte das Herrenhaus im klassizistischen Stil. Auch die Wirtschaftsgebäude wurden erweitert. 1859 hieß der Besitzer Erdmann. 1901 verkaufte der Besitzer Hentschel das Rittergut Burkartshain an Carl Wilhelm Wießner, der wiederum 1908 an Alfred Jakob verkaufte. Unter diesem erfolgten 1912 der Abriss der beiden Türme und die Aufstockung um ein Geschoss. Später wurde das Dachgeschoss ausgebaut.

Nach 1945
Das Rittergut fiel unter die Bodenreform. Alfred Jakob wurde enteignet und vertrieben und die LPG Fortschritt übernahm die Flächen bis zur politischen Wende 1989. Ins Herrenhaus zogen zunächst Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer und die Räumlichkeiten wurden in Wohnungen aufgeteilt. Später diente das Herrenhaus als Verwaltungsitz der LPG. In einem kleinen Anbau bestanden bis zur Wende eine HO-Filiale und eine Außenstelle der Raiffeisenbank. Die Wirtschaftsgebäude wurden nach 1945 stark verändert, zum Teil abgerissen und mit Neubauten versehen. Vom ursprünglichen Zustand und Charakter des Rittergutes ist kaum etwas erhalten.

Nachwendezeit
Nach der Wende wurden die Gebäude leergezogen. Die Treuhand verkaufte das Rittergut an einen Investor, doch dringend notwendige Sanierungsarbeiten blieben aus. Auch der Park blieb ungepflegt.

Heutige Nutzung
Das große Herrenhaus und sein Torhaus befinden sich in sanierungsbedürftigem Zustand und stehen leer. Die Gutsanlagen sind ausgegliedert.

HINWEIS! Selbst wenn ein Gebäude oder Grundstück als leer stehend beschrieben wird, berechtigt dies NICHT zum unbefugten Betreten!

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