Beiträge

Dresden: Gutshaus Weißer Hirsch


Gutshaus Weißer Hirsch
Bautzner Landstraße 6/6a
01324 Dresden

Historisches
Die Gutswirtschaft Weißer Hirsch geht auf eine 1686 vom kurfürstlichen Kapellmeister Christoph Bernhardi errichtete Schänke zurück. Die Schänke befand sich ursprünglich an der Collenbuschstraße. Es wurde 1710 in eine Quarantänestation umgewandelt anlässlich des Pestausbruchs in Polen. 1723 kam das Gut in Besitz der Gräfin Agnes von Manteuffel, die das Areal durch Zukäufe erweiterte. Durch Verfügung August des Starken erhielt das Gut 1726 die Kanzleischriftsässigkeit und bildete eine selbstständige Gutswirtschaft. Die Gutswirtschaft ging 1754 in Konkurs und wurde an den Oberlandweinmeister Heinrich Roos verkauft. Zwei Jahre später ließ Roos einen neuen Gasthof unmittelbar an der Straße errichten. Das Gebäude wurde im Stil eines Herrenhauses erbaut. 1790 erwarb Gottfried Fischer den “Weißen Hirsch”. Der Gasthof fiel 1799 einem Brand zum Opfer.

1809 ging das Gut an Carl August Preißler über. 1813 trafen sich der preußische König Friedrich Wilhelm III. sowie Zar Alexander im Haus. Später dienten die Gutsgebäude als Unterkunft für Soldaten, Raststätte für Fuhrleute und als Jagdaufenthalt des sächsischen Königs. Nach 1829 ließ Preißlers Sohn die Gebäude erneut erweitern. 1863 veranlasste er den Pächter Gneuß zum Bau eines neuen Gasthofes auf dem Grundstück des heutigen Parkhotels. 1872 erwarb der Seifenfabrikant Ludwig Küntzelmann das Gut und ließ es aufteilen. Das Herrenhaus von 1756 ließ Küntzelmann zum Kurhaus umbauen. Nach seinem Tod 1881 und dem Verkauf des Kurhauses entstand auf dem Nachbargrundstück das "Neue Kurhaus”. Das Alte Kurhaus befand sich seit 1896 im Besitz von Paul Adolf Baltruszatis und wurde ab 1905 von einem Hotel bewirtschaftet. In den Zwanziger Jahren erfolgte die Zwangsversteigerung. 1932-1992 bestanden im Festsaal des Kurhauses die “Parklichtspiele”. Die Reithalle fiel 1930 dem Garagenbau zum Opfer.

1945
Der Kurbetrieb wurde 1945 eingestellt und das Hauptgebäude diente Wohnzwecken sowie Geschäften.

Nachwendezeit
Ende der 1990er Jahre wurde der Gesamtkomplex zum Stadtteilzentrum umgebaut. Es entstanden Wohnungen, Geschäfte, Arztpraxen und die Gaststätte “Hirschgarten”. Das Kurhaus erhielt sein ursprüngliches Äußeres und den 1973 entfernten Dachreiter zurück.

HINWEIS! Selbst wenn ein Gebäude oder Grundstück als leer stehend beschrieben wird, berechtigt dies NICHT zum unbefugten Betreten!

Online

Aktuell sind 29 Gäste und keine Mitglieder online

Statistik

Anzahl Beitragshäufigkeit
4930374