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Dresden: Ostra-Vorwerk


Ostra-Vorwerk
Friedrichstraße/Ostra-Gehege
01067 Dresden

Historisches
Im 15. Jahrhundert existierte ein Vorwerk, welches sich 1535 im Besitz von Herzog Georg dem Bärtigen befand. Er verkaufte es im gleichen Jahr an Dr. Georg von Kommerstädt, der das Vorwerk unter Einbeziehung des Kapellengutes der Alexiuskapelle ausbauen ließ. Nachdem er in Ungnade gefallen war, musste er das Anwesen 1550 verkaufen. Erwerber war Kurfürst Moritz, nach dessen Tod übernahm sein Bruder August das Gut und plante, es in einen landwirtschaftlichen Großbetrieb umzuwandeln. Er kaufte 1559 Flächen dazu, was 1568 zur Umsiedlung der bisherigen Bewohner des Dorfes Ostra führte. Um die 600 ha großen Flächen bewirtschaften zu können, wurden Zwangsdienste angeordnet, an welchen auch Kinder für die Dauer von 2 Jahren teilnehmen mussten. Da Teilflächen im 17. und 18. Jahrhundert als Fasanerie und Tiergarten dienten, wurden diese ab 1696 umzäunt, woraufhin sich der Name Ostra-Gehege für das Areal durchsetzte.

Im 19. Jahrhundert musste die landwirtschaftliche Nutzung eingeschränkt werden. Die Bewirtschaftung oblag wechselnden Pächtern. 1835 errichtete sich der Pächter eine Villa als Wohnhaus. 1912 entstand auf den Flächen der städtische Schlachthof. 1917 wurde der Betrieb des Vorwerks komplett eingestellt. Das Areal übernahm die Dresdner Transport- und Lagerhaus-Gesellschaft und nutzte es als Lager.

1945
1945 wurde ein Großteil der Gebäude zerstört.

Nachwendezeit
Nach 1990 gab es Pläne das Ostra-Gehege aufzuwerten. Das Gelände sollte als Vergnügungs- und Erholungsgebiet dienen. Bis jetzt wurde nur der 1991 geschlossene Schlachthof teilweise saniert und 1999 zum Messegelände umgestaltet. Außerdem entstand ein Open-Air-Gelände für Großveranstaltungen.

Heutige Nutzung
Einige Reste des Vorwerkes sind noch auf der Friedrichstraße vorhanden: Nr. 62 Portikus-Villa, Nr. 64 Hegereiterhaus, Scheune und Kuhstall am Ende der Straße. Ein Teil des Vorwerks wurde als Churfürstliche Menagerie mit dem Pöppelmannschen Garten genutzt. Von dieser Anlage sind noch zwei sanierte Wohnhäuser vorhanden. Die Flächen werden u. a. durch Kleingärtner genutzt. Weitere Bauvorhaben für sportliche Anlagen sind im Gange. Desweiteren ist die Errichtung von Wohngebäuden geplant, wobei Scheune und Kuhstall erhalten und saniert werden sollen.
(Stand: Februar 2013)

HINWEIS! Selbst wenn ein Gebäude oder Grundstück als leer stehend beschrieben wird, berechtigt dies NICHT zum unbefugten Betreten!

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